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Aktuelles

Risiken sind vielen Freizeitsportlern nicht bewusst Marathon oder Citylauf:

Schmerzmittel nicht vorbeugend einnehmen

Hannover, 14.03.2018 – Auf die Plätze, fertig, los. In diesen Wochen sind viele Laiensportler in der finalen Trainingsphase und bereiten sich auf ihren Start bei Läufen in ganz Niedersachsen vor. Doch ob Marathon, Stadtlauf oder Osterlauf: Die Einnahme von verschreibungsfreien Analgetika wie ASS, Diclofenac oder Ibuprofen, vorsorglich oder gegen bestehende Schmerzen, kann gefährlich sein. Die Risiken überwiegen den vermeintlichen Nutzen, warnt die Apothekerkammer Niedersachsen. So erlitten Läufer, die vor dem Start den scheinbar harmlosen Wirkstoff ASS eingenommen hatten, bereits Infarkte oder andere Herzereignisse.

Schmerzmittel im Freizeitsport mit gefährlichen Folgen

Die Einnahme von Schmerzmitteln im Laiensport wird immer populärer, doch die Risiken sind meist unbekannt. Bei einer Umfrage von 4.000 Marathonteilnehmern 2010 in Bonn wurde ermittelt, dass jeder Zweite vor dem Lauf ein Analgetikum eingenommen und rund zehn Prozent bereits unter Ibuprofen oder Diclofenac trainiert hatte – die Gefahren waren dabei rund 90 Prozent der Befragten nicht klar. Doch der Trend zum Schmerzmittel ist riskant. Beim Ausdauersport wird die Durchblutung der Muskulatur aufgrund des höheren Sauerstoffbedarfs erhöht, die Durchblutung des Magen-Darm-Traktes stark und die der Niere leicht herabgesetzt. Beim Laufen werden die inneren Organe zudem durch die ständigen Schüttelbewegungen gestört und beispielsweise die Barrierefunktion der Darmwand beeinträchtigt. Dies wird durch eingenommene Schmerzmittel verstärkt und durch das eingenommene Schmerzmittel gelangen Bakterien und Toxine vermehrt ins Blut, die den gesamten Organismus schädigen und sich negativ auf die Nierenfunktion auswirken. Eine geringere Durchblutung der Niere ist die Folge. Tritt zusätzlich ein Elektrolytmangel durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr auf – bei Langstreckenläufern ein häufiges Symptom – kann es zu Nierenschäden kommen. Weitere und oft unerkannte Folge: Blutverluste im Magen-Darm-Trakt oder in der Niere, die zu einer Blutarmut führen können. Sie wird jedoch selten mit dem Sport unter Schmerzmitteln in Verbindung gebracht.

Risiko bewusst machen

Jede vor oder während des Laufes eingenommene Schmerztablette erhöht das Risiko, dass währenddessen oder danach gesundheitliche Probleme auftreten – auch wenn das Mittel aus wichtigem Grund eingenommen wird. Diese Regel sollte jeder Laiensportler beherzigen. Das gilt auch für Analgetika, die nach dem Sport eingenommen werden, um belastungsabhängige Schmerzen zu reduzieren. Ist der Schmerz chronisch, ist auf jeden Fall ein Arztbesuch anzuraten. Hier wird abgeklärt, ob und wie intensiv das Laufen betrieben werden sollte oder eine andere Sportart gesünder ist.

Sport trotz Schmerzen?
Läufer, die trotz Beschwerden starten möchten, sollten sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen. Bei Wadenkrämpfen kann die Häufigkeit und Intensität durch die Einnahme von Magnesium reduziert werden. Bei Muskel- und Gelenkschmerzen kann auch eine Salbe helfen. Sie wird lokal aufgetragen und hat dadurch eine deutlich geringere schädigende Wirkung auf den Organismus. Doch auch hier müssen Sportler aufpassen. Werden Muskeln oder Gelenke trotz Problemen überlastet, kann es zu dauerhaften Schäden kommen.
Soll ein Schmerzmittel zum Einsatz kommen, wird der Apotheker auf die erheblichen Risiken hinweisen und den Sportler außerdem um eine Nutzen-Risiko-Einschätzung bitten. Im Beratungsgespräch kann dann auch geklärt werden, ob das Zeitfenster für den Wirkstoffabbau bis zum Start groß genug ist. Bei Kopfschmerzen am Morgen und einer Laufveranstaltung am Nachmittag ist ein Analgetikum vertretbar. Von einer Einnahme wenige Stunden oder unmittelbar vor dem Lauf rät die Apothekerkammer Niedersachsen allerdings ab. Sportliche Höchstleistungen unter dem Einfluss von Schmerzmitteln oder unter Schmerzen verzögern mindestens die Regeneration und können schlimmstenfalls organische Schäden nach sich ziehen. Ein Training bei geringen Schmerzen ist grundsätzlich möglich, sollte jedoch nur leicht ausfallen.

Falsch verstandener Ehrgeiz
Medikamentenmissbrauch im Freizeitsport ist dabei ein genauso großes Problem wie Doping im Wettkampfsport. Laiensportler und auch Profis versprechen sich durch die Schmerzmitteleinnahme besser durch den Lauf zu kommen und einen Abbruch zu vermeiden. Ein Irrtum, denn die Abbruchrate sinkt nicht, sie steigt wegen schmerzmittelbedingter Magen-Darm-Krämpfe sogar an. Schmerzen müssen immer als Warnsignal des Körpers verstanden werden. Wird dieses Signal ausgeschaltet und werden die schmerzenden Muskeln oder Gelenke weiterhin belastet, können sich die Beschwerden sogar verschlimmern. Bei Schmerzen sollte besser auf den Start verzichtet und auf eine der vielen anderen Laufveranstaltungen ausgewichen werden.








Keine Angst vor dem Vollmondgesicht

Vorurteile gegen Kortison in der Selbstmedikation sind unbegründet

Hannover, 06.02.2018 – Allein der Begriff Kortison ruft bei vielen Patienten Unbehagen odersogar Angst hervor. Noch immer halten sich hartnäckig Vorurteile gegen denentzündungshemmenden und immunsuppressiven Wirkstoff. Im Gegensatz zu modernenTherapien wurde Kortison früher jedoch oft zu hoch dosiert und zu lange angewendet.Nebenwirkungen wie das Vollmondgesicht waren die Folge. Dabei ist Kortison„Goldstandard“ und kann in der Selbstmedikation als Salbe oder Creme bei entzündlichenHauterkrankungen wie Neurodermitis oder allergisch bedingten Reaktionen eingesetztwerden, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen. Auch Heuschnupfen-Patientenkönnen die Symptome mit kortisonhaltigen Nasensprays selbst erfolgreich lindern.


Körpereigenes Hormon ist gut verträglich

Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das viele Funktionen im Körper steuert und wichtigfür die Immunfunktion ist. Bei richtiger Anwendung und in der passenden Dosierung sindverschreibungsfreie kortisonhaltige Salben, Cremes oder Nasensprays aus der Apothekesehr gut verträglich. Da der Wirkstoff in der Selbstmedikation praktisch nur äußerlichangewendet wird, kann er gar nicht oder in nur geringen Mengen in den Blutkreislaufgelangen.


Kortisonhaltiges Nasenspray bei Heuschnupfen

Nasensprays, die Kortison enthalten, wirken lokal entzündungshemmend und antiallergisch.Deshalb können sie Heuschnupfensymptome lindern. Diese Nasensprays dürfen im Rahmender Selbstmedikation nur nach vorheriger Diagnose durch einen Arzt angewendet werden.Damit der Sprühstoß auf der Nasenschleimhaut effektiv wirkt, am besten das Spray mit derrechten Hand in das linke Nasenloch und in das rechte Nasenloch mit der linken Handeinsprühen.


Cremes & Co. bringen Linderung von außen

Bei leichten bis mäßig stark ausgeprägten entzündlichen, allergischen, juckenden odergeschwollenen Hauterkrankungen können kortisonhaltige Cremes und Salben eingesetztwerden. Die betroffene Hautfläche sollte in der Selbstmedikation jedoch nicht mehr als einZehntel der Körperoberfläche ausmachen. Das entspricht etwa der Fläche eines Arms oderUnterschenkels. Die Zubereitung wird ein- bis zweimal täglich aufgetragen. DerAnwendungszeitraum sollte bei einem 0,25-prozentigen Dermatikum vier Wochen, bei einerhöher konzentrierten Zubereitung von 0,5% zwei Wochen nicht überschreiten. Darüberhinaus ist es unbedingt empfehlenswert, sich in der Apotheke die verschiedenen Produkteerklären zu lassen.


Kortison-Therapie unterstützen

Bei mit Kortison behandelten Insektenstichen und leicht juckenden Hauterkrankungen solltenBetroffene zusätzlich vermeiden zu kratzen. Durch Kratzen kann sich die Hautstelle öffnen,Viren, Bakterien und Co. können leichter einzudringen und eine Entzündung verursachen. ImFalle einer Allergie sollten Allergieauslöser unbedingt gemieden werden.


Lieber nicht

Kortisonhaltige Zubereitungen dürfen nicht immer angewendet werden. Das gilt zum Beispielbei offenen oder infektiösen Wunden, Pilzbefall und Akne. Bei Kindern unter sechs Jahrendarf eine Therapie mit kortisonhaltigen Zubereitungen nur wie vom Arzt verordnetdurchgeführt werden. Sind Betroffene nicht sicher, ob ein Präparat mit Kortison für dieSelbstbehandlung geeignet ist, sollte ein ausführliches Beratungsgespräch in der Apothekegeführt werden.

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